Geldanlagen unter 6% jährlich vor Inflation, Steuer und Kosten sind für die Altersvorsorge ungeeignet!
Auch wenn es immer wieder anders lautende Werbungsbeschwörungen gibt: Sicherheit und Rendite schließen sich aus! Damit muss eine wichtige Entscheidung getroffen werden: Sicherheit und damit zu wissen, seine Ziele sicher nicht erreichen zu können, oder Rendite und hierfür mehr Risiko in kauf zunehmen.
Es ist das alte Problem: Kapitalanlagen unter 6 % machen keinen Sinn. Denn spätestens nach Inflation, Steuer und Kosten ist die Rendite gleich null. Eine Altersversorgung lässt sicht ohne Rendite aber nicht aufbauen. Die meisten Verbraucher müssten mit Sparraten in einer Größenordnung von über 500 Euro monatlich ihren zukünftigen Ruhestand absichern. Da sich das die wenigsten leisten können,
gibt es nur zwei Alternativen: Entweder man findet sich damit ab, seine Versorgungslücke nie füllen zu können oder man ist bereit, ein größeres Risiko einzugehen und Geldanlagen mit über 6% Ertrag einzugehen.
Die Empfehlung, Anlegern zu risikoreicheren Anlagen zu raten, ist natürlich angreifbar. Doch alles andere ist in Wahrheit eine Falschberatung und dient dem Produktverkauf der nicht ans Ziel führen kann. Wer eine Altersversorgung für 100 Euro im Monat angeboten bekommt und damit in den Glauben versetzt werden soll, vorgesorgt zu haben, wird für dumm verkauft. Das Jammern gibt es erst in ferner Zukunft, die Provision für den Vermittler schon jetzt. In zwanzig Jahren kostet ein VW Golf soviel wie der “Altersvorsorge-Sparvertrag” bringen wird.
Wer am Ziel ankommen möchte, hat eigentlich keine Alternative. Er muss auf eine höhere Rendite setzen. Mehr Rendite, mehr Risiko – natürlich, Verluste sind möglich! Doch in Anbetracht der Aussichten bei einer Anlage mit zu geringer Rendite gibt es nicht viel zu verlieren.
Die Erfahrung zeigt: Bei geeigneter Streuung hochverzinslicher Geldanlagen ist das Verlustrisiko deutlich zu reduzieren und das Ziel trotzdem zu erreichen. Die meisten Investmentfonds – Depots mit sicherheitsorientierter Ausrichtung erwirtschafteten die letzten Jahre Renditen zwischen 0% bis 4% nach Kosten. Die Depots hingegen mit risikobewusster Mischung erzielten Renditen von 9% bis 21% jährlich. Selbst incl. des Börsencrashs von 2000 – 2002 liegen die jährlichen Renditen bei 6% bis 10% (vorausgesetzt die Portfolioaufteilung nach Markowitz* wurde konsequent umgesetzt).
Doch einige Depots mit risikobewusster Mischung schafften auch nur Ergebnisse um 0% jährlich. Grund: Sparpläne wurden im Jahr 2000 gestartet und in 2002 beendet oder verringert. Damit wurde zwar bei fallenden Kursen gekauft, aber der weitere Einkauf bei Tiefstkursen fand nicht statt. Die konsequente Durchführung der Anlagestrategie, auch entgegen der “Anleger-Psychologie” (siehe: Die größten Fehler der Anleger) ist äußerst wichtig.
Dass die Risikobereitschaft sich auszahlt, kann auch aus folgender Tabelle abgelesen werden:
Erläuterung:
Die “Reichsten” Amerikas sind überwiegend in den “risikoreichsten” Anlagen investiert. Die “Ärmsten” sind überwiegend “sicherheitsorientiert” investiert und werden aufgrund fehlender Rendite wahrscheinlich auch bei den “Ärmsten” bleiben.
*Dr. Harry M. Markowitz erhielt für seine Theorie der Portfolioauswahl 1990 den Nobelpreis